Die Lichtwurzel am Andreashof

Die Lichtwurzel oder auch Lichtyam® genannt, ist das Zentrum unserer Arbeit am Andreashof. Die Lichtyam® zählt botanisch zur Yams-Pflanzenfamilie. Die Yams ist mit über 600 Arten ein außerhalb Europas sehr verbreitetes Heil- und Lebensmittel. Einige Arten werden traditionell als Heilmittel, Diätetikum oder pharmazeutischer Rohstofflieferant genutzt. Der botanische Name der Yams-Pflanzenfamilie „Dioscoreaceae“ geht auf den griechischen Arzt Dioscorides (50 n. Chr.) zurück. Eine spezielle chinesische Art der Yams, botanisch Dioscorea batatas (Syn. D.polystachya), wird wegen ihrer besonderen bio-dynamischen Qualität als „Lichtyam®“ am Andreashof angebaut.

Rudolf Steiner, auf den auch die biologisch-dynamische Landwirtschaft zurückgeht, erkannte die Bedeutung der Chinesischen Yams (Dioscorea batatas, chin. Shan Yao oder auch Lichtwurzel) für unsere zukünftige Ernährung. Diese Pflanze speichere in besonderer Weise Lichtkraft. Er empfahl, diese hochrankende Wurzelknolle aus China in unseren Breiten heimisch zu machen, um sie auch bei uns zu einem Lebensmittel der Zukunft zu entwickeln.

In den meisten Produkten verarbeiten wir die Lichtyam® als Pulver oder in Form von Auszügen. Die Lichtyam® mit ihren wirksamen Eigenschaften ergänzt unsere Produkte zu einzigartiger Naturkosmetik und feiner Naturkost.

Die Lichtyam®, unsere Kräuter und Blüten werden am Andreashof ausschließlich in bio-dynamischem Anbau (Demeter-Qualität) kultiviert. Von Jahr zu Jahr wurde die Technik der Erdbefüllung der Lichtyam®-Hochbeete verbessert und der Einfluss unterschiedlicher Pflanzmethoden auf Ertrag und Qualität untersucht.

Zum Düngen aller Pflanzen werden selbst bereitete Komposte eingesetzt, die mit biologisch-dynamischen Präparaten behandelt werden. Auf den Einsatz von organischem Handelsdünger wird verzichtet.

Die langjährigen Entwicklungen im Bereich der Kompostwirtschaft führen zu einer deutlichen Belebung unserer Erden. In der Humusbilanz der letzten Jahre spiegelt sich dieser eindeutige Qualitätsaufbau nachweislich wider.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Lichtyam® (Dioscorea batatas) auch als Lichtwurzel, Shan Yao oder Bergmedizin bekannt. Die Legende besagt, dass eine Gruppe Soldaten die Leiden einer Belagerung dank der Dioscorea batatas überstehen konnte. Nach dem Genuss der Yams-Wurzel fühlten sie sich körperlich und geistig gestärkt. Ihre Pferde ließen sie die oberirdischen Teile der Pflanze abgrasen, wobei die Soldaten die Wurzelknolle zu sich nahmen. Der Legende nach war die Dioscorea batatas nicht nur köstlich, sondern hatte auch eine heilende Wirkung auf die verletzten Soldaten. Infolge des Genusses der Wurzel wurden sie auch geistig gestärkt. Die Wurzel wurde daher ShanYao (Bergmedikament; Bergmedizin) genannt. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stärkt Shan Yao das Qi (Lebenskraft) und wirkt sich harmonisierend auf Körper und Geist aus. In Europa ist die Yams-Wurzel heute als Lichtwurzel oder Lichtyam® bekannt. Ihr gesundheitliches Potenzial ist auch wissenschaftlich-pharmakologisch erforscht worden.

Für die Herstellung unserer Lichtyam®-Produkte wird ein Teil unserer jährlichen Ernte, sowie selbstangebaute Blüten und Kräuter am Hof sorgfältig weiterverarbeitet. Diese Verarbeitung erfolgt äußerst schonend. In eigens entwickelten Niederspannung-Wärmeschränken werden die Lichtyam®, die Kräuter und Blüten bei maximal 38° Celsius sanft getrocknet. Durch dieses spezielle Verfahren bleibt die Rohkostqualität erhalten. Neben den hochwertigen Trocknungsschränken gibt es spezielle Steinmühlen, die die zuvor getrockneten Lichtyam®-Chips unter möglichst geringem Einfluss von elektromagnetischen Kräften mahlen. Sofern Mischungen hergestellt werden, werden sie lemniskatisch in Bewegung gebracht mit einem Mischer nach Paul Schatz. So soll den Produkten durch den Prozess der Verarbeitung ein kräftigender Impuls mitgegeben werden.

Im Jahr 2022 startete das erste wissenschaftliche Forschungsprojekt „EKO-YAM – Etablierung von kosteneffizienten und nachhaltigen Anbausystemen für Yams“ unter der wissenschaftlichen Leitung von Dipl.-Ing. agr. Matthias Busl und fand in Kooperation mit dem pharmazeutischen Institut der Freien Universität Berlin sowie dem Institut für Biologie und Biotechnologie der Universität Münster statt. Zum Abschluss des dreijährigen BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Forschungsprojektes fand am 23.05.2025 auf dem Andreashof in Überlingen ein Symposium mit allen Projektpartnern zur Präsentation der Forschungsergebnisse statt.

Der Demeter zertifizierte Andreashof ist Pionier im Anbau der chinesischen Yamswurzel Dioscorea batatas. Seit ca. 25 Jahren werden hier mit der hofeigenen Sorte Lichtyam® Erfahrungswerte zur Kultivierung dieser exotischen Pflanze mit diversen Anwendungsmöglichkeiten gesammelt. Durch eine Änderung der EU-Öko-Verordnung von 2022 mussten neue, kosteneffiziente Anbausysteme für Yams gefunden werden, so dass sich ein Gärtnerteam formierte, das neue Anbaumethoden untersuchte.

Zeitgleich entstand der Kontakt zur Universität Münster und es wurde das Forschungsprojekt ins Leben gerufen, in dessen Rahmen der Andreashof vier Anbausysteme auf Ökonomie und Nachhaltigkeit verglichen hat sowie deren Erträge anhand qualitativer sowie quantitativer Ergebnisse gegenüberstellte. Außerdem gelang am Andreashof die Herausforderung, männliche und weibliche Yams-Pflanzen zu kreuzen und somit Sämlinge am eigenen Standort zu erzeugen. Dies ist europaweit einzigartig. Die Aufgabe der kooperierenden Universitäten Berlin und Münster war es, primäre und sekundäre Pflanzenstoffe zu identifizieren und zu quantifizieren und in ihrer Heilwirkung zu beschreiben. Am Institut in Münster werden „genetische Marker“ gesucht – um die Züchtungsarbeit in der Selektion zu vereinfachen.

Die Forschung rund um die Lichtwurzel ist noch ganz am Anfang. Wir hoffen, dass an diese Forschungsarbeit noch einmal angeknüpft werden kann, um diese spannende Pflanze und ihren Anbau in Zukunft weiter zu entwickeln.

Innovativ durch Forschung - Andreashof e.V.

Frontiers Artikel – 27.01.2026
Cultivation techniques of yam influence the amount of primary and secondary metabolites

David Krüger, Philip Drell, Jenny Riekötter, Johanna Altmannshofer, Robert Weber, Matthias Busl, Janina Epping und Alexander Weng

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Wissen rund um die Heilpflanze Lichtyam® weiter durch unsere Forschungen zu vertiefen. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeitet in enger Kooperation mit Medizinern und Lehranstalten, um das Potential der Lichtyam® in Zukunft noch besser nutzbar zu machen.

Download Studien:
> Epping, J./Laibach, N. (2020): An underutilized orphan tuber crop—Chinese yam : a review. Planta (Original, englisch)
> Auszug aus: Epping, J./Laibach, N. (2020): An underutilized orphan tuber crop—Chinese yam : a review. Planta. (Deutsche Übersetzung)
> Geier, Dr. U./Greiner, R. (2017): Wirksensorische-Prüfung von Zucker mit Mehl bzw. Lichtyam® (Empathic-Food-Testing). Als Zusammenfassung in der Zeitschrift „Lebendige Erde“ 2/2018
> Geier, Dr. U. (2019): Wirksensorische Profilierung von Kaffee mit Lichtyam®-Zusatz (Empathic-Food-Testing).